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Papa, wo bist du?

17 August 2009 91 mal gelesen Keine Kommentare Drucken Drucken Artikel empfehlen Artikel empfehlen

Seit 2 Wochen geht Peter wieder ins Büro, denn seine Elternzeit ist vorbei. So habe ich 12 Stunden am Tag Klara-Dienst. Zuerst hatte ich Befürchtungen, wie das alles klappen soll, weil Klara schon sehr traurig war, wenn Papa mal nicht da war, doch es geht besser als gedacht. Klara und ich haben in den zwei Wochen eine Menge erlebt. Ihre Patin aus München und ihr Pate aus Nürnberg waren zu Besuch, um ihren ersten Namenstag zu feiern, wir haben Ausflüge nach Schwabach und Ansbach unternommen, waren im PlaymobilFunpark, in der Kinderkrippe hatten wir den ersten Schnuppertermin, dienstags war immer Krabbelgruppe, außerdem haben wir andere Kinder besucht und auch eingeladen und waren viel im Garten und spazieren. So sind die Tage immer recht schnell vergangen. Klara braucht aber andauernd Action. Im Moment ist sie dabei, alle Schubladen auszuräumen, sich überall hochzuziehen und sie möchte mit mir stets das Laufen üben. Jeden Tag stellt sie etwas an, worüber ich lachen muss. Das tut gut! Wir haben viel Spaß miteinander, auch wenn ich sie oft schimpfen muss, z.B. wenn sie mal wieder die Blumenerde aus den Töpfen schmeißt oder an den Knöpfen des Herdes dreht. Doch irgendwie fühle ich mich jetzt zum ersten Mal als “richtige” Mama, weil ich zu Hause bei Klara sein kann und Zeit mit ihr verbringen darf, ohne ein schlechte Gewissen zu haben und zu denken, dass ich etwas lernen müsste. Mir war nie bewusst, wie mir das in den letzten Monaten mit den Prüfungen abgegangen ist. Ich konnte nicht lange darüber nachdenken, weil ich einfach funktionieren musste, um das Referendariat zu bestehen, doch jetzt ist es vollbracht.

Klara macht wirklich riesige Fortschritte. Nicht nur, dass sie jetzt schon an den Händen läuft, sondern sie hat jetzt schon 4 Zähne (ihren ersten Zahnarztbesuch hat sie auch schon hinter sich gebracht) und sträubt sich gegen das Essen aus Gläschen, sondern will nur das essen, was die Großen essen und auch nur vom Silberlöffel, was auch irgendwie praktisch ist. Doch sie ist mehr eine Süße, am meisten steht sie auf Banane, Kekse, Obst und Eis, wobei Tomaten, Nudeln und Knödel in allen Variationen auch hoch im Kurs stehen. Da sie so mobil ist, sind aber auch schon kleinere Unfälle passiert, einmal ist sie mit ihrem Kopf gegen eine Kante geknallt und zweimal hat sie schon eine Rolle vorwärts aus dem Ehebett gemacht. Doch zum Glück hatte sie nur blaue Flecken und wir sind mehr erschrocken als sie.

Ich hoffe, mir gehen in den nächsten Wochen nicht die Ideen aus, aber langweilig wird es mit Klara nie, sie hat immer irgendeine Überraschung parat. Wahrscheinlich wird es noch anders werden, aber im Moment genieße ich es, so viel Zeit mit Klara zu haben und so oft über sie schmunzeln zu können. Doch ich bin auch froh, wenn Peter am Abend von der Arbeit nach Hause kommt und Klara übernimmt, denn irgendwann gehen mir dann doch die Kräfte aus. Und Klara kann es kaum erwarten bis Papa die Haustüre aufschließt. Dann krabbelt sie ihm im Affenzahn entgegen und kreischt vor Freude.

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