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Johanna und Mama sind endlich zu Hause

15 Februar 2010 240 mal gelesen Ein Kommentar Drucken Drucken Artikel empfehlen Artikel empfehlen

Am Freitagnachmittag sind Johanna und ich nach 25 Tagen Klinikaufenthalt endlich von der Säuglings-Intensivstation im Klinikum Fürth entlassen worden. Voller Freude – aber auch mit etwas flauem Gefühl im Bauch – sind wir nach Hause gefahren, Johanna dick eingepackt im Maxi Cosi am Überwachungsmonitor angeschlossen auf der Rückbank. Zu Hause angekommen, wurde es turbulent. Klara reagierte schrecklich eifersüchtig auf Johanna. Wir hatten uns darauf eingestellt, dass Klara sich erstmal an die neue Situation gewöhnen muss, aber mit solchen extremen Reaktionen ihrerseits hatten wir nicht gerechnet. Aber ich kann sie sehr gut verstehen. Klara hatte jetzt über 4 Wochen ihre Mama nicht und dann kommt sie mit einem Baby nach Hause, das viel Zeit und Zuneigung benötigt und mit dem sie sich jetzt Mama und Papa teilen muss. So versuchte Klara ständig die ganze Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Klara stellte sich in die Ecke, schrie und schmollte, sie warf sich auf den Boden und wollte nicht mehr zu mir. Es gab keinen Gute-Nacht-Kuss mehr für die Mama, sie hat mir nicht mehr gewunken, sie wollte nur noch von Papa herumgetragen werden, wenn ich etwas mit ihr machen wollte. Wenn ich aber keine Zeit für sie hatte, weil ich mich um Johanna kümmern musste, dann wollte sie plötzlich auf meinen Schoß oder an meine Brust. Diese Erfahrung hat mir sehr weh getan. Klara darf mir doch nicht böse sein, ich habe sie doch nicht mit Absicht in den letzten Wochen im Stich gelassen, aber ich musste doch für Johanna da sein. Peter meint, ich müsste Klara noch Zeit geben, die Situation zu verarbeiten, aber ich bin so ungeduldig, weil ich ihr einfach zeigen möchte, dass ich sie genauso liebe wie Johanna, aber mich eben nicht zerteilen kann. Doch auch am Samstag war Klara abweisend zu mir, sie hat auch andere Verhaltensauffälligkeiten an den Tag gelegt, die sie sonst nie hatte. Sie warf ihren Teller mit Essen vom Tisch, sie klaute Johanna den Schnuller, haute sie auf den Kopf, brauchte ewig zum Einschlafen, weinte viel und war anhänglich. Doch es gab auch Momente, wo sie immer wieder zu Johanna in den Stubenwagen schauen wollte und ihre Schwester anlächelte. Wir hoffen einfach, dass sich Klara bald an die neue Situation gewöhnt. Ab Montag soll sie vormittags wie gewohnt in die Kinderkrippe gehen, mal schauen, wie das wird, wenn wir sie dort abgeben. Sie fremdelt im Moment sehr mit anderen Personen. Sie hat einfach Angst, dass ich sie wieder „abschiebe“, wenn sie zu anderen auf den Arm soll. Sie hat Angst, dass Mama wieder aus der Tür geht und eine ganze Weile nicht mehr wiederkommt. Ich versuche viel mit ihr zu reden, aber weiß nicht genau, was bei ihr ankommt. Johanna ist auch ein bisschen mitgenommen, von der Umstellung zu Hause. Plötzlich ist es nicht mehr so leise wie in der Klinik. Es geschieht so viel um sie herum. So ist sie auch viel anhänglicher geworden und trinkt alle 1,5 – 2,5 Stunden. Das macht mich ziemlich fertig, denn ich habe enormen Schlafentzug. Aber es scheint langsam besser zu werden. Am meisten machen ihr noch die Blähungen und Bauchschmerzen zu schaffen. Ich muss wahrscheinlich doch mehr darauf achten, was ich esse, doch nach 4 Wochen Krankenhauskost kann ich manchen leckeren Sachen einfach nicht widerstehen, die ich zu hier in den Schränken finde. Und wie geht es Papa? Ich habe Angst, dass er bald zusammen klappt. Er kümmert sich hauptsächlich um Klara, um mir den Rücken frei zu halten, die nächsten beiden Wochen ist das noch möglich, weil er Urlaub hat, doch in zwei Wochen muss ich das Leben mit zwei kleinen Töchtern alleine bewältigen. Nachts kann Peter nicht schlafen, weil er ständig darauf wartet, dass der Monitor Alarm schlägt oder Johanna zu atmen aufhört. Am Tag kann er nicht schlafen, weil ihm so viel durch den Kopf geht. Aber mir geht es ähnlich. Wir freuen uns, über unsere beiden Prinzessinnen, aber es wäre auch einfach mal an der Zeit, einen Abend zu zweit zu verbringen und eine Nacht durchzuschlafen. Wir leben nur noch nebeneinander her und hatten uns in den letzten Wochen ja auch gar nicht. Doch wir müssen jetzt einfach zurückstecken und schauen, wie wir den Alltag irgendwie bewältigen. Am Abend sind wir so fertig, dass wir schon um acht Uhr auf dem Sofa einschlafen. In zwei Wochen sieht die Welt hoffentlich schon wieder ein bisschen anders aus und wir können entspannt sagen, dass wir das neue Familienleben zu viert im Griff haben. Dieses Wochenende unterstützt uns Oma Marliese zum Glück noch tatkräftig im Haushalt. Wenn ihr Johanna mal kennen lernt wollt, ist das am besten ab Mitte nächster Woche so lange Peter noch Urlaub hat. Wir freuen uns auf euch!

Herzlichen Dank

Bedanken möchten wir uns bei allen, die uns während meiner Schwangerschaft und besonders auch in den letzten Wochen während meines Klinkaufenthalts unterstützt und in Gedanken mitgetragen haben. Es hat so gut getan, zu wissen und immer wieder zu erfahren, dass wir nicht alleine sind. Wir haben so viel Hilfe von unseren Eltern, Nachbarn und Freunden erfahren. Ohne euch hätten wir es nicht geschafft! Wir hoffen, dass wir auch immer für euch da sein können. Tausend Dank sagen Peter, Julia, Klara und Johanna.

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Ein Kommentar »

  • Wavatar
    Flori und Jörg Könözsi schreibt:

    Beschämt melden wir uns erst jetzt :-(

    Der Mama, dem Papa, der Schwester und besonders Johanna:

    Alles alles Gute!

    Vielen Dank auch, dass ihr auch mit den ganzen Schwierigkeiten Zeit gefunden habt, uns auf dem Laufenden zu halten. Wir hoffen, dass es jetzt Zuhause weiter aufwärts geht!

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