Wie befürchtet – es kam noch schlimmer
Wie Peter schon berichtet hat, war ich seit Dienstag mit Johanna in der Fürther Kinderklinik, um ihren Magen-Darm-Virus zu bekämpfen. Freitagmittag durfte uns Peter abholen und Johanna geht es jetzt wieder gut (sie wiegt bereits 2650g), doch ich litt seit Freitag früh plötzlich auch an Durchfall und Übelkeit. Die Autofahrt nach Hause habe ich gerade so überstanden, nach einem kurzen Zwischenstopp, bei dem ich mich am liebsten quer über die Straße gelegt und mich übergeben hätte, weil ich solche Magenkrämpfe hatte. Den ganzen Nachmittag verbrachte ich zwischen Toilette und Sofa, bis ich mich dann doch mal nach oben ins Bett gequält habe. Peter hatte alle Hände voll zu tun mit unseren beiden Kindern. Ich habe alles nur halb im Delirium mitbekommen, weil ich immer mehr Wasser verloren habe und nichts zu mir nehmen konnte. Plötzlich blieb meine Milch weg und mein Zustand wurde immer kritischer. Am Abend bin ich dann auf der Toilette kollabiert und so kam es dazu, dass ich per Notarzt und Krankenwagen ins Schwabacher Krankenhaus eingeliefert wurde. So schlecht wie an diesem Abend ging es mir schon lange nicht mehr, ich konnte mich einfach nicht mehr auf den Beinen halten und es hätte mic nicht gewundert, wenn mein Körper nicht mehr funktioniert hätte. In Schwabach habe ich Unmengen an Infusionen und Aufputschmittel bekommen. Die Ärzte und Schwestern kamen wieder nur vermummt zu mir ins Zimmer. Ich hätte nur noch heulen können, getrennt von beiden Kindern und Mann und keiner darf mich besuchen. Warum musste das auch noch passieren? – fragte ich mich immer wieder. Auch am Samstag ging es mir richtig schlecht, der Durchfall wollte einfach nicht aufhören, gegen Übelkeit konnte mir etwas gegeben werden, aber das schlimmste für mich war, dass die Milch wegblieb, aber kein Wunder, wenn der Körper ausgetrocknet ist, wie soll da noch Milch gebildet werden? Ich habe versucht, so viel wie möglich zu trinken, aber es kam alles wieder hinten raus. Nur die Infusionen blieben drin. Außer Zwieback durfte ich nichts essen und selbst diese brachten schreckliche Magenkrämpfe mit sich. Der Kreislauf kam auch nicht mehr in Schwung, so dass ich den ganzen Samstag nur so halb wach die Stunden hinter mich brachte. Am Sonntag ging es mir dann schon wieder etwas besser und Peter durfte mich am Nachmittag abholen, weil ich nicht mehr ansteckend bin. Die Ergebnisse der Stuhlproben sind noch nicht da, so dass ich noch nicht weiß, welchen Virus ich diesmal hatte, ich kann euch nur sagen, dass ich ihn nie mehr bekommen möchte. Ich bin immer noch sehr schwach und habe an Gewicht verloren, aber schon alleine dass ich wieder bei Peter, Klara und Johanna sein kann, tut mir gut und lässt mich bestimmt wieder schneller zu Kräften kommen, als im Krankenhaus zu liegen. Hier kann ich auch essen, was mir schmeckt, auch wenn es mir nicht immer gut tut und ich noch nach jedem Essen an Magenkrämpfen leide. Doch Durchfall und Erbrechen habe ich nicht mehr. Ich versuche so viele Kalorien zu mir zu nehmen wie möglich, damit ich Johanna wieder vollstillen kann, denn zwei Tage musste sie jetzt angerührte Milch trinken, was für mich als Mutter irgendwie total schwer zu akzeptieren ist, obwohl ich im Kopf weiß, dass das nicht schlimm ist und andere Kinder auch so groß werden, aber irgendwie bin ich es von Klara gewohnt, dass sie die ersten 6 Monate wirklich nur meine Milch bekommt und jetzt hatte ich doch bisher alle Schwierigkeiten gemeistert! Ich möchte nicht wissen, was als nächstes kommt.
Als ich vor einer Woche am Freitag mit Johanna von der Intensivstation nach Hause kam, habe ich Klara versprochen, jetzt für immer bei ihr zu Hause zu sein, doch plötzlich musste ich sie am Dienstag verlassen, als ich mit Johanna in die Klinik musste. Ich hatte mein Versprechen nicht einhalten können. Dann war ich Freitag nur kurz zu Hause (körperlich und geistig mehr abwesend als anwesend) und musste sie dann wieder verlassen, weil ich ins Krankenhaus musste. Ich hatte solche Angst, wie sie reagieren wird, wenn ich erneut aus dem Krankenhaus zurückkomme. Vertrauen kann man einer solchen Rabenmutter ja wohl nicht mehr. Doch ich hatte mir umsonst Sorgen gemacht. Klara hat mich mit offenen Armen empfangen und war viel besser drauf als die letzten Male. Sie ist im Moment einfach richtig gesund und ausgeglichen, so dass sie die Trennungszeit besser verkraftet hat. Das tat mir unheimlich gut und hat mir die Heimkehr gestern nochmals erleichtert. Was mir noch ziemliche Sorgen macht ist Peters Zustand. Er leidet die letzten Tage auch an Magenkrämpfen und schluckt viele Tabletten. Er sieht ganz blass aus, hält sich mit Koffein wach und sagt immer nur, dass er nicht mehr kann. Ich habe einfach Angst, dass er mir zusammenklappt, denn ohne ihn würde ich im Moment die beiden Kindern keineswegs versorgen können. Mit Johanna kann man nur ca. 2 Stunden pro Nacht schlafen, das zehrt einfach. Wir wissen nicht, wann wir uns mal erholen können und nächste Woche muss Peter wieder auf die Arbeit, bis dahin müssen wir beide gestärkt sein. Kennt jemand von euch euch Zaubermittel? Von Peters Urlaub hatten wir noch gar nichts. Als Familie konnten wir auch noch nicht zusammenwachsen, weil wir ständig auseinander gerissen und krank waren. Wir hoffen, dass es diese Woche besser wird und ruhigere Zeiten auf uns zu kommen. Heute habe ich Klara zum ersten Mal wieder in die Krippe gebracht. Als Peter sie mittags geholt hat, hatte sie ganz verquollene Augen, sie hat den ganzen Vormittag geweint. Am liebsten würde ich sie jetzt zu Hause lassen, aber sie muss sich jetzt einfach daran gewöhnen, dass sie vormittags wieder in die Krippe geht, während ich zu Hause bei Johanna bin. Ich liebe sie deshalb ja genauso wie die Kleine. Ein bunte Gefühlebad!
Doch immer wieder bekommen wir tatkräftige Unterstützung von unseren Eltern und Nachbarn. Ohne euch würden wir es nicht schaffen! Vielen, vielen Dank, dass ihr rund um die Uhr einspringt!
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